[Covermonday] Buchcover vorgestellt #4 - Was wir dachten, was wir taten von Lea-Lina Oppermann

Covermonday bei Moyas Buchgewimmel

Es ist wieder Montag. Und auch wenn wir auf ein Ereignisreiches Wochenende zurückschauen können, ist nichts daran getan den Kopf in den Sand zu stecken. Auch mein heutiges Buch wird ein politisches Thema enthalten. Dieses Cover möchte ich euch nicht vorenthalten. Denn zum einen ist es schlicht, aber auch sehr vieldeutig. Aber seht selbst, welches Cover den Debütroman von Lea-Lina Oppermann ziert!


Was wir dachten, was wir taten bei Beltz & Gelberg

Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf. Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Aggression und Passivität. Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.


Es kommt schlicht daher das Buchcover von "Was wir dachten, was wir taten". Und dennoch verfehlt es nicht die Wirkung. Es geht mir persönlich unter die Haut. Was treffend zum Thema des Buches ist. Es berührt mich und da man so viele Dinge in dieses Cover hineininterpretieren kann, habe ich die Autorin gebeten mir ein paar Fragen rund um die Gestaltung des Buches zu beantworten.


Sarah Liske:

Erst einmal Dankeschön dafür, dass du dir die Zeit nimmst um mit mir über die Gestaltung und das Buchcover deines Debütromans "Was wir dachten, was wir taten" zu reden.

Meine erste Frage dazu lautet, ob du denn gestaltungstechnisch Einfluss auf deinen Roman hattest? Und falls Ja, was hat man mit dir besprochen beziehungsweise wo hattest du Einfluss drauf?


Lea-Lina Oppermann:

Die Coverarbeit hat meine wunderbare Lektorin erledigt, und zum Glück hatten wir sehr ähnliche Vorstellungen. Sie hat mir immer wieder Entwürfe zugeschickt, zu denen ich mich äußern durfte.

Sarah Liske:

Der Titel nimmt ja sehr viel vom Cover selbst mit ein und ist somit untrennbar von dem Motiv der Handfläche, welche im Hintergrund zu sehen ist.
Was löst dieser Titel bei dir selbst denn aus? Gerade durch die Schriftart, die an Kreidebuchstaben erinnert, ist dieser Titel ja aufgrund seiner Machart verdammt nahe am Thema des Buches, wie ich finde.

Lea-Lina Oppermann:

Ich hab mir von Anfang an eine typografische Lösung gewünscht, bloß keine blutige Schultafel oder sowas. Mir war wichtig, dass es nicht nach einem typischen Amoklauf-Buch aussieht. Das ist gelungen, finde ich.

Sarah Liske:

Als ich zum ersten Mal dieses Buch gesehen und es dann in der Hand gehalten habe, konnte ich die Handfläche nicht ganz zuordnen oder auch deuten. Vom ganz Weiten sah ich sogar eher eine Blattstruktur.
Was war dein erster Gedanke zu diesem schlichten, doch wie ich finde, sehr vieldeutigem Cover? Lohnt es sich, deiner Meinung nach, etwas hinein zu interpretieren, wie dass diese Geschichte unter die Haut geht oder aber, dass man in Gedanken die ganze Hand formt und es als Stopp oder Wahrung zu deuten? Oder interpretierst du selbst etwas ganz anderes rein?

Lea-Lina Oppermann:

Die Sache mit der Haut war eine spontane Idee im Gespräch mit meiner Lektorin - weil es im Roman viel um Entblößung menschlicher Schwächen geht. Darum, wer wir sind. Da finde ich die Handinnenfläche, die ja bei jedem Menschen unterschiedlich und gleichzeitig sehr verletzlich ist, eine passende Metapher.
Mir gefällt sogar, dass man die Haut nicht gleich erkennt.

Sarah Liske:

Der ganze Roman wird ja aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, sodass man auch einen guten Eindruck von dem ganzen Geschehen bekommt, wie die einzelnen Figuren sich verhalten, die Situation erleben oder sich sorgen. Hierfür wurden die Namen als Zwischenüberschriften genommen, die ebenfalls in der Kreideschriftart gehalten sind. Wie findest du diese Lösung, dass sich die Titelschriftart im Buch selbst widergespiegelt und das bei den Figuren?

Lea-Lina Oppermann:

Gefällt mir sehr gut, ja.

Sarah Liske:

Jetzt hast du noch einmal selbst den Platz etwas zur Gestaltung zu sagen, was dir so einfällt und was du persönlich ganz toll oder gar nicht so gut gelungen findest.

Lea-Lina Oppermann:

Ich als Gestaltungsfreak hätte mich natürlich über noch viel drastischeres Design gefreut - zum Beispiel unterschiedliche Schriftarten für die Stimmen der drei Erzähler ... aber der Verlag meinte, das sei zu kinderbuchig. Stimmt vielleicht auch - aber mir gefällt sowas!

Alles in allem bin ich aber mit der Gestaltung dennoch sehr zufrieden. Großes Kompliment an Marion Blomeyer! Es lohnt sich übrigens auch ein Blick in ihre Covergalerie: http://lowlypaper.de/

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