[Rezension] Tropisch, mysteriös und fantastisch: Calliope Isle. Der siebte Sommer von Marie Menke

Calliope Isle. Der siebte Sommer bei Carlsen


PRODUKTDETAILS:

Titel: Calliope Isle. Der siebte Sommer
Reihe: unbekannt ob Reihe oder Einzelband
Autor: Marie Menke
Gelesene Sprache: Deutsch
Genre: Romantasy im Jugendbuchbereich
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: Impress (ein Imprint der Carlsen Verlag GmbH)
Erscheinungstermin: 02. Juni 2016
ISBN: 978-3-646-60224-1
Format: eBook
Seitenzahl: 316 Seiten
Preis: EUR 3,99
Kaufen bei: Carlsen; Buchhandel; Amazon

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
**Die Magie des Schreibens…**

Seit ihrem neunten Lebensjahr verbringt Allie jeden Sommer auf der traumhaft schönen Tropeninsel Calliope Isle. Zusammen mit Gleichaltrigen besucht sie dort das Arts Camp und tut, was sie am liebsten macht und am besten kann: schreiben, schreiben, schreiben. Doch ihr siebter Sommer auf der exotischen Insel beginnt diesmal unter ganz anderen Vorzeichen. Erst erhält Allie die niederschmetternde Nachricht, dass sie adoptiert wurde, und dann wird ihr auf der Überfahrt auch noch zugeflüstert, dass dieser Sommer alles in ihrem Leben verändern wird – und das ausgerechnet von dem mysteriösen neuen Jungen im Camp. Schon bald stellt sich heraus, dass alle etwas wissen, was Allie nie erzählt wurde, und dass dieses Geheimnis nicht wenig mit ihrem außergewöhnlichen Schreibtalent zu tun hat…

Der Verlag über das Buch:
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Über den Autor:
Marie Menke wurde 1997 geboren, wuchs in einer Kleinstadt in NRW auf und machte nach ihrem Abitur einen einjährigen Abstecher in Spaniens Hauptstadt Madrid. Wenn sie gerade nicht beim Schreiben von Jugendromanen oder für Online-Magazine und Lokalzeitungen ihrer Kreativität freien Lauf lässt, zählen das Tanzen von Ballett bis Hip Hop und das Reisen zu ihren größten Leidenschaften.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Eine gute Grundlage mit vielen Ideen, dessen Kraft jedoch zum Ende hin sehr nachlässt. So wirkt es fantastisch aber leider nicht rund.

Das Cover/Die Gestaltung:
Bei Betrachtung dieses Covers hört man in der Ferne das Meer rauschen. Die Luft beginnt nach Salz und Sonne zu riechen. Nach Sonnenmilch und flimmernde Hitze. Denn dieses Cover strömt ein Sommergefühl aus, welches einen auf eine ferne Insel voller körnigen Sand und luftiger Gewänder mitnimmt.
In ein solches ist auch die abgebildete Figur zu sehen. Die junge Frau dreht dem Betrachter den Rücken zu, hält sich ihren Hut, während das Wasser um ihre Füße leckt und Sand an ihren Fersen zu Boden rieselt.
Mit dieser nahen Betrachtung der Figur wird eine Identifikation geschaffen, welche jedoch nicht die Vorstellungskraft der Leser einschränkt, da die Figur dem Leser den Rücken zudreht.
Blau gefärbte Buchstaben scheinen aus ihrem Rücken zu dringen, welche einen Bezug zum Inhalt des Buches schaffen. So wird dieses Cover nicht nur ein wahrer Eye-Catcher in Sachen Sommerhochgefühl, sondern spielt auch mit dem Motiv des Buches ohne viel zu verraten.
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Marie Menke besitzt einen sehr beschreiben Stil, sodass man sich dieses Sommercamp mehr als nur bildlich vorstellen kann. Vor allem zu Beginn, als der siebte Sommer seinen Anfang nimmt, wird man regelrecht auf die Insel gezogen. Spürt die Sonne auf seinem Gesicht, riecht den leichten Wind und die Sonne. Man spürt die Freude, das Glück und vor allem die Umgebung.
Leider hält die Autorin diesen beschreibenden Stil nicht gänzlich durch. Denn als es sich dem Ende naht wird alles etwas verschwommen. Die Worte werden stumpf, das Gefühl der Insel, des Sommers und der Figuren verliert sich, während versucht wird alles ins Reine zu bringen.
Durch diesen Bruch wird dem Leser leider auch stark bewusst, dass die Autorin bisher nicht viele Romane geschrieben hat und es wahrscheinlich an der Schreibpraxis mangelt.
1,5/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Während die weibliche Hauptfigur mit Informationen überschüttet wird, nimmt die Beschreibung der Nebenfiguren oder des männlichen Parts der Hauptprotagonisten sehr ab. Denn ihnen gelten meist nur Allgemeinplätze, welche gelegentlich durch ihre Absurdität versucht anders wirken. So bleiben auch die Gefühle im Hintergrund, welche zwischen Allie und Matt entwickeln. Sie wirken aufgesetzt, so als ob sie zusammen kommen müssen, ohne dass es wirklich zwischen ihnen funkt.
Durch diese Klischees, die sich vor allem auf das Anderssein und das Aussehen beziehen, bauen sich Sympathien nur sehr langsam auf. Hier wird einem sehr bewusst, dass es sich um einen Jugendroman handelt, denn den Figuren werden altbekannte Rollen zuteil, welche man schon aus anderen Romanen kennt, ohne dass sie sich abheben.
So reagieren die Figuren auf Entdeckungen oder Enthüllungen rund um ihre Person ziemlich gleichgültig und zeigen kaum bis keinerlei Emotion. Durch diese eindimensionale Betrachtung werden sie zu Schatten ihrer Selbst. Durch eine Vertiefung und emotionalere Charakterbeschreibung von Vorlieben und Einschränkungen würden sie mehr an Tiefe und Persönlichkeit gewinnen. Denn die guten Anlagen, welche hier gemacht wurden sind nur Anlagen und wirken somit mehr aufgesetzt als lebendig.
1,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Man steigt, wie oft bei Romantasyliteratur im Jugendbuchbereich mit einer Voranstellung eines Geschehnisses ein, welches Hunger auf mehr macht. Schließlich folgt eine Zusammenfassung aller sechs Vorhergegangenen Reisen zum Sommercamp. Dies ist anders und hat seinen Reiz. Jedoch ist die Ausarbeitung dieser etwas schwammig, denn man gewinnt eigentlich erst das Feeling, wenn man direkt beim siebten Sommer einsteigt. Man erfährt nämlich nicht gerade viel, außer wie sich Allie bei der Ankunft fühlt. Nicht wie sie alles andere erlebt, sondern nur ein paar Postkartenmomentaufnahmen.
Aber schließlich, als man Allie auf die Fähre folgt, die sie direkt nach Calliope Isle bringt beginnt das Feeling. Man beginnt die Sonne auf den Schultern zu spüren, den Sand zwischen den Zehen und vor allem die Insel selbst. Durch diese detaillierten Beschreibungen der Umgebung, der Handlungen von ihr und ihren Freundinnen wird es lebensnah. Bisweilen zwar etwas Jugendmagazinmäßig, aber dennoch so angenehm, dass man sich diese weite Insel, die Kurse und vor allem die auffallenden Geheimnisse vorstellen kann. Und so beginnt man sich einzuleben. Beginnt den Alltag zu erleben und folgt schließlich der Spur des Geheimnisses. Dieses sorgt für Fragen über Fragen. Vermutungen nehmen in Kopf Gestalt an und ja, diese werden auch meist wahr. Denn die Vermischung verschiedener und bekannter Elemente birgt zum einen das Mysteryelement und zum anderen für die Verknüpfung von Tatsachen.
So beginnt sich alles aufzubauen, wenn auch nur vage Andeutungen gemacht werden. Doch man hofft auf den Höhepunkt, welcher sich mit der Auflösung dieser befassen. Doch das Ende ist der schwächste Punkt dieses Romans. Denn er überschlägt sich. Während man noch im Hauptteil im Urlaubs- und Inselfeeling ist, bricht dieses ab. Es überschlagen sich die Ereignisse. Dies wirkt sehr unausgewogen, da es sich im anderen Teil dieses Buches eher langsam und gemächlich aufbaut. Auch laufen nicht alle Stränge zusammen. Viele Fragen bleiben offen, viele Andeutungen nur kurz angeschnitten. So wirkt der Plot zwar durch seine vielen Elemente sehr aufregend und spannend, aber leider etwas unausgewogen in seiner Ausführung. Es scheint mir fast so, als hätte man versucht aus allen möglichen Einfällen ein paar hereinzunehmen. Aus Mythologie, Film, Fernsehen und vielen weiteren Jugendbüchern ist alles vertreten, was einem in den Sinn kommt. So ist die Mischung zwar geheimnisvoll, aber prozentual wird nicht wirklich viel gesagt oder ausgearbeitet.
1,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Die eher charakterschwachen Figuren lassen die aufkommende Liebesgeschichte und das Geheimnis rund um die Insel und die einzelnen Personen eher schwach wirken, als gut durchdacht. Und während man im Hauptteil noch viele Nebenhandlungen hat, in welchem man die Insel und die Kurse spüren kann, überschlägt sich am Ende alles so sehr. Nicht im Sinne von Actionreich, sondern im Sinne vom schnellen zum Punkt kommen. Denn dieses Ende ist alles andere als wirklich befriedigend. Mehr als nur ein paar Fragen bleiben offen und auch das offene Ende lässt einen so sehr im Unklaren, dass man sich sehnlichst einen zweiten Teil wünscht, der nun endlich mal das sagt, was zwischen den Zeilen steht.
1,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 6,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche sich auf eine geheimnisvolle Insel entführen lassen wollen. Aber mit Bedacht, denn die aufkommenden Geheimnisse werden nicht nur rasch angedeutet und dann wieder in den Hintergrund geworfen, sondern auch die Figuren wirken nicht so recht lebendig. Denn trotz ihrer Eigenheiten kommen sie nicht so ganz aus ihren vorgegebenen Rollen heraus.
Da das Ende mehr als unbefriedigend ist, wünscht man sich sehnlichst einen zweiten Teil. Denn so würden die versucht mysteriös gehaltenen Elemente endlich einen Abschluss finden, als einen mit den Beinen in der Luft baumeln zu lassen.

An dieser Stelle danke ich den Carlsen Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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