[Rezension] Secrets. Wen Emma hasste von Daniela Pusch

Secrets. Wen Emma hasste bei Oetinger


PRODUKTDETAILS:

Titel: Secrets. Wen Emma hasste
Reihe: Secrets #1
Autor: Daniela Pusch
Genre: Mädchen-Thriller im Jugendbuchbereich
Herausgeber: Oetinger34 (ein Imprint der Verlag Friedrich Oetinger GmbH)
Erscheinungstermin: 22. Februar 2016
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-95882-061-6
Format: Hardcover
Seitenzahl: 240 Seiten

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Emma, Kassy und Marie sind allerbeste Freundinnen.
Aber Marie hat ein Geheimnis. Emma lügt. Kassy hat einen gefährlichen Feind.
Bald sind Sommerferien. Danach geht Marie für ein Jahr nach Australien.
Vorher wird es eine rauschende Abschiedsparty geben.
Und eine der drei wird die Nacht nicht überleben.

Der Verlag über das Buch:
Secrets - Weißt du alles, über deine besten Freundinnen?


DIE BEWERTUNG

Meinung:
Elektrisierende Anfangsmomente lassen im späterem Verlauf nach und einen selbst mit vielen Fragezeichen zurück. 

Das Cover/Die Gestaltung:
Zu sehen sind die drei Freundinnen. In der Mitte die Blonde, die sich von ihren beiden dunkelhaarigen Freundinnen etwas ins Ohr flüstern lässt. Das Ganze erinnert an Getuschel und Geheimniskrämerei. Besonders passend und nicht ganz so Alltäglich ist der Filter, der das Cover als Bild mit starker Kontur- und Kontrastwirkung und nicht als glattes, ebenmäßiges Foto darstellt. Somit hebt sich dieses Cover von den restlichen in seinem Bereich ab und hat dennoch dieses Element drin, welches die jungen Leser zur Identifikation anregt. 
Die drei Freundinnen, welche im unteren Drittel des Buches platziert sind, haben über ihren Köpfen den Titel dieses Bandes. Hier wurde darauf Wert gelegt, dass der Untertitel und der Autorenname in derselben Schriftart sind und sich der Serienname deutlich hervorhebt. Dieser scheint so gestaltet zu sein, dass er per Hand geschrieben aussieht.
Die bläuliche Farbe setzt sich fort, wenn man das Buch aufklappt und von einem mädchenhaften Tagebuch überrascht wird. Auch dies bringt die Geschichte näher an den Leser heran und macht neugierig, was denn alles so geschehen wird.
Mit dieser Aufmachung wird die Zielgruppe und auch das Auge per se angesprochen und lässt einen neugierig werden, sodass man als interessierter Leser zu diesem Buch greifen wird.
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Daniela Pusch hat eine atmosphärische und detaillierte Sprache, welche in den Dialogen jedoch manchmal zu oft in den Jugendslang verfällt. Dennoch schafft sie es, dass man die Zeilen zwischen den Gesprächen flüssig und genau verfolgen kann. Dies trifft vor allem auf den Beginn zu, der dem Leser die Figuren nahe bringt. Die Autorin baut mit ihrer atmosphärischen Sprache eine gewisse Spannung zwischen den Figuren auf. Man merkt, dass vieles zwischen ihnen brodelt, ohne, dass es ausgesprochen wird.
Leider verliert sich diese Spannung nach dem Tod einer der Hauptfiguren, das Prickeln lässt nach und wirkt wie jedes beliebige Jugendbuch. Das, was noch zwischen den Zeilen stand, das was einem als Leser unterschwellig mitgeteilt wurde, wird nun zu offensichtlich, obwohl ziemlich genau darauf geachtet wurde erst auf den letzten Seiten die Probleme einzubauen und wirken zu lassen.
1,5/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Drei Freundinnen, drei unterschiedliche Personen und die genau dazugehörigen Eigenschaften. Eine ist etwas beleibter, kennt sich nicht mit Mode aus, ist eher zurückhaltend, sowie eine Niete in Mathe und Sport und will mit ihren beiden Freundinnen unbedingt mithalten, selbst wenn man so nun etwas fies zu werden scheint, um sich selbst besser zu fühlen. Die andere ist irgendwie Everybody's Darling, wunderschön, Model und bringt auch schon von Zuhause aus Geld mit. Ist extrovertiert und zieht Blicke auf sich, scheint in einigen Augen die Unschuld Person zu sein und dann ist da noch die Person, welche nicht so Recht in eine Kategorie passen will. Etwas rebellisch, auf ihren Ruf bedacht und ausgeflippt kommt sie daher. Cool nach außen und dennoch nicht so selbstbewusst wie sie vorgibt zu sein.
Drei Personen mit ihren zu sehr stereotypen Eigenschaften, sodass sie wie Klischees wirken. Dies ist sehr schade, denn der Spannungsbogen der Geschichte würde mit lebendigeren Figuren deutlich mehr gewinnen.
So aber wird dieses Jugendbuch etwas langatmiger, da einem als erfahrener Leser bewusst wird, was für Probleme diese drei Figuren haben könnten. Mit dieser Tatsache im Hinterkopf, dass so unterschiedliche Personen befreundet sind, lassen an viele andere ähnliche Bücher denken. So vergibt sich Secrets eine gewisse Orginalität und wird zu einem seichten Mädchenbuch über Freundinnen und Geheimnisse.
1,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Die Spannung, das Vibrieren und Mitfiebern verläuft vor allem am Anfang mit präzise gesetzten Worten. Dadurch entstehen schnell eigene Vorstellungen im Kopf; der anfängliche knisternde Stil von Daniela Pusch trägt einen in die Geschichte hinein. Zuspitzende Momente gibt es auf den ersten 50 Seiten, eine unvergessliche Party, Mutproben und ja, ungesagte Worte. 
Dies alles nimmt handlungs- und worttechnisch ein jähes Ende nach dem Tod einer der Figuren. Und während die Hauptprotagonistin Emma, aus welcher Sicht es erzählt wird in ein Loch voller Fragezeichen fällt, lässt die Spannung nach. Tröpfelt von Moment zu Moment, die nur noch Recht wenig mitreisend wirken. Hier wirkt es für mich persönlich zu erzählend und wenig spannungsgeladen.
Das wichtige und immer wieder präsente Tagebuch der verstorbenen Freundin ist etwas sehr klischeehaft, da es als "Geheimnisträger" dienen soll. Aber mit all seinen geschwärzten, durchgestrichenen und herausgerissenen Seiten wirkt das Tagebuch zu gestellt, für die Geschichte zu sehr konstruiert, nicht authentisch und wirklich. Auch die darin beschriebenen Momente sind nichts Halbes, nichts Ganzes. Es gibt Probleme, die viel zu präsent sind und andere die vernachlässigt werden.
Es ist ein unfertiges Romanende, das so überstürzt endet wie eine Folge bei einer Serie. Es soll den Cliffhanger-Effekt nutzen, aber verspielt sich zu viel, denn mit dem ersten Band sind die Leser noch gar nicht stark mit der Geschichte verwurzelt. Nicht wie bei einer Fernsehserie, die durch Bilder eine andere Sogwirkung erzeugt. 
Was in diesem Band vorkommt, wirkt verständlich, nicht bedrohlich und so gar nicht mehr geheimnisvoll, wie der prickelnde Anfang zu versprechen vermochte.
1,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Der Beginn, welcher mit den Geschehnissen der Partynacht beschäftigt ist und atmosphärisch äußerst gelungen ist, setzt sich mit einem geradlinigen Verlauf fort, der sich mit meist üblichen Jugendthemen auseinandersetzt. Diese Thematiken sind nicht weit hergeholt, weswegen sich die Zielgruppe und auch Herausgewachsene hineinfühlen können. 
Dennoch fehlt manchmal die Würze bei den Inhalten und Problem, eben weil sie so typisch wirken. Sie sind farblos, weil die Figuren es nicht nachleben lassen, weil diese selbst blutleer sind. Es sind Themen, die sich anpassen, willkürlich wirken. Sie sind schon ausgelesen, bringen wenig Neues und schon gar nicht Gefühltes mit ein. So reiht sich dieses Buch in eine Reihe anderer Bücher mit der Freundinnenthematik ein, lässt einen den Beginn prickelnd, dann aber eher ruhig und beschaulich den Rest der Geschichte erleben.
1,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 6,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die sich mit einem elektrisierenden Anfang fangen lassen wollen. Das große Geheimnis wird mit wenigen interessanten Entdeckungen immer im Unklaren gelassen. Die Geschichte findet keinen richtigen Abschluss. Was zu Beginn noch anziehend wirkte, flaute nach dem Tod ab, lief so spannungslos über die Bühne, dass es wohl eher nur diejenigen erstaunt zurück lässt, deren Kopf nicht zahllose Vermutungen anstellt. Vielleicht gibt es in Band Zwei neue Entdeckungen, welche die Geschichte vorantreiben.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei dem Team vom Oetinger34 Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
Gerne verweise ich auch an dieser Stelle nochmals auf mein Leserprofil bei diesem Projekt des Friedrich Oetinger Verlags, bei welchem ich nicht nur in die entstehenden Projekte Einblick habe, sondern mit meinen Rezensionen auch den Autoren helfe.

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