[Rezension] Alba & Seven – Vertraue niemals der Erinnerung von Natasha Ngan [Hörbuch]

Alba & Seven - Vertraue niemals der Erinnerung bei Rubikon Audioverlag

PRODUKTDETAILS:

Titel: Alba & Seven – Vertraue niemals der Erinnerung
Reihe: -
Autor: Natasha Ngan
Genre: Dystopie im Jugendbuchbereich
Herausgeber: Rubikon Audioverlag; Originalverlag: Arena
Erscheinungstermin: 1. Januar 2016
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-945986-19-6
Format: Hörbuch-Download
Gesamtspielzeit: Ungekürzte Lesung, 9h und 44min
Sprecher: Mark Bremer
                   
PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Albas Zukunft ist als Tochter des mächtigsten Mannes des Landes längst vorherbestimmt. Ihre letzte Chance ist Seven, ein junger Dieb, der wertvolle Erinnerungen ihres Vaters stehlen will. Alba stellt Seven ein Ultimatum: Entweder er nimmt sie mit in seine Welt oder sie liefert ihn aus. Auf Erinnerungsdiebstahl steht die Todesstrafe ... Gemeinsam dringen die beiden tief in die dunklen Ecken Londons vor und decken dabei ein grausames Geheimnis auf. Eines, das Albas Leben für immer verändern wird.

Der Verlag über das Buch:
-

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Eine Story, die sich eher mit der ersten Liebe beschäftigt, welche zur Rebellion verleitet als sich am interessanten Thema zu orientieren.

Das Cover/Die Gestaltung:
Hier muss ich sagen: Endlich mal kein Cover mit Gesichtern. Dies sticht so schön heraus und regt auch die Neugier an. Durch die Mischung aus kalten und warmen Farben, welche sich vermischen wirkt das Cover einladend und dennoch nicht zu aufdringlich. Eher mysteriös und leicht, was wohl an dem Motiv liegt, dass an fedrige Äste erinnert. Auch die Umrandung des Titels lässt den Eindruck zu, dass das Cover mit seinem Strukturhintergrund, leicht und jugendlich wirkt.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Die Figuren bleiben meiner Meinung sehr blass. Ihnen ist eine Aufgabe zugeteilt, welche man ohne viel Aufsehen schnell errät. So bleiben sie in ihrem Muster gefangen, ohne sich darüber hinaus zu bewegen oder zu überraschen. So wird die Figurenkonstellation für eine Dystopie zu einfach gehalten und zu sehr darauf ausgelegt, dass Frauen sich nur wegen einer Liebe zur Rebellion entscheidet, als ihren eigenen Kopf zu benutzen. Denn die weibliche Hauptfigur, mag sie auch so wohlbehütet aufgewachsen sein, benutzt keineswegs ihren Kopf und wirkt für ihr Alter einfach zu einfältig und naiv. Und während sich die weibliche Figur auf die erste Liebe stürzt ist der mysteriöse Hauptprotagonist mit seiner Vergangenheit zu vorhersehbar. Und anstelle sich einer verantwortungsbewussten Aufgabe zu stellen, verhält er sich eher wie ein Draufgänger, der einfach nicht weiß wie das Leben mit all seinem Geld und seinen Windungen spielt. Dabei sollte man denken, dass er zumindest ein bisschen Ahnung hat, da er ja ein hartes Leben auf der Straße und eine Vergangenheit hat, welche übel mit ihm mitspielte. Aber nein, in diesem Thema, bleibt auch er eher bei der ersten Liebe und bei seiner verletzten Seele, ohne so wirklich an andere zu denken.
So passen sich beide Figuren aneinander an, was wohl das einzige ist, was ihnen zugutekommt.
0,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Auch hier wird einem stark bewusst, dass diese Story auf die erste Liebe ausgelegt ist, welche zu einer Rebellion verführt, anstelle auf das wirklich interessante Thema zu lenken. Das Thema, was sich von all den anderen abhebt: Der Speicherung von Erinnerungen und deren vielfältige Einsetzung.
Aber nein, auch hier wird mehr als gespart. Es bleibt zäh, wenn es sich nur um die Liebe dreht. Es bleibt ebenso eher langweilig, wenn sich das Setting soweit in den Hintergrund zieht, dass es nur ganz selten in belanglosen Sätzen erwähnt wird und erst viel zu spät zum wirklichen Handlungspunkt wird. Dieser ergibt sich, für die deutsche Ausgabe einfach auch zu schnell aus dem Untertitel. Wer ein aufmerksamer Leser beziehungsweise Hörer ist, wird schnell darauf kommen, was eigentlich gespielt wird. Das nimmt einem die Vorfreude und weckt eher das Gefühl, dass der Titel mehr erreichen soll als die Geschichte hergibt. Denn der Titel wirkt so mysteriöser und lässt mehr erwarten als die Liebe, welche hier eindeutig im Mittelpunkt steht. Dies ist sehr schade, denn mit dem Thema einer Technologie zum Erinnerungsspeichern hätte viel mehr im Mittelpunkt stehen und sich beschäftigt werden müssen, als sich darum zu bemühen eine so oft bekannte Liebesgeschichte hervorzubringen.
0,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Die kleinen Einschübe, welche sich mit den Erinnerungen beschäftigen, sind meines Erachtens keine perfekte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dabei hätte es ein gutes Setting werden können. Doch so zieht sich die Geschichte eine kleine Ewigkeit hin, nur ganz gelegentlich wird mal hier und da über dieses interessante Thema was fallen gelassen und erst viel zu spät wird mal etwas mit reingebracht was sich von der Masse abhebt. Das Ende wirkt somit alles andere als gut ausgearbeitet, sondern eher schnell und überstürzt aufgeschrieben, so als müsse man zum Ende kommen. Schnell wird alles hereingebracht in die wenigen Momente, was mit etwas mehr Auf- und Ausbau zielstrebig hätte verfolgt werden müssen. So wird das zwar nachvollziehbar für eine junge Zielgruppe, entspricht aber keineswegs etwas, was man mit etwas Köpfchen und mehr als Liebe zu schaffen vermag.
0,5/2,0 Punkten

Der Sprecher/Die Sprachqualität:
Mark Bremer schafft es mit seiner Stimme vor allem Seven etwas mehr Männlichkeit zu verleihen, was einem zumindest folgen lässt. So bringt der Sprecher zumindest ein paar mehr Facetten in die Figuren, als peinliches Kleinmädchengetue, was sich mit einem Satz über Nacktheit als Kapitel tarnt und unbedingt von der Autorin aus beiden Sichten erzählt werden muss. So folgt man, durch den Sprecher, der eher langatmigen Thematik und lässt sich auch auf das eine oder andere ein, was während des Lesens bei mir wohl nicht der Fall gewesen wäre.
2,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 5,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche sich auf etwas einlassen wollen, wo das Setting eher in den Hintergrund rückt und der ersten Liebe den Vorrang lässt. Denn dies bekommt man geboten. Wenige Auseinandersetzung mit einem wirklich interessanten Thema, dafür aber mit zahllosen Ausschmückungen von Gefühlen der ersten Liebe. Es wirkt fast so, als gäbe es keinen anderen Grund sich einer Rebellion anzuschließen oder über Dinge in der Umwelt nachzudenken als die Liebe. Persönlich hätte ich mir hier wirklich mehr gewünscht, dass sich die Autorin auf das Setting einlässt und es nicht so sträflich behandelt wie sie es letztendlich getan hat.

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