[Rezension] Als die Zeit vom Himmel fiel von Mella Dumont

Als die Zeit vom Himmel fiel bei Amazon
(da die Verlagsseite scheinbar noch nicht steht, was man eigentlich von einem professionellem Verlag erwarten dürfte)

PRODUKTDETAILS:

Titel: Als die Zeit vom Himmel fiel
Reihe: -
Autor: Mella Dumont
Genre: Zeitreiseroman im Fantasybereich
Herausgeber: Tienna
Erscheinungstermin: 14. September 2015
Sprache: Deutsch
ASIN: B015EUUXOS
Format: eBook
Seitenzahl: 342 Seiten

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Während ihre Freunde die Welt bereisen oder studieren, arbeitet Karla an einer Tankstelle – ihre Vorstellung von einem entspannten Leben nach dem Abitur.
Aber mit ihrer Ruhe ist es vorbei, als Karla nachts den Schalter schließt, weil sie glaubt, einen Überfall gesehen zu haben. Die Chefin ist stinksauer – und Karla kann ihr nicht erklären, dass sie eine Vision von einem Mann mit Waffe hatte.
Schließlich stolpert Karla in Jakob, dessen selbstsichere Art sie fasziniert und gleichzeitig ein wenig ängstigt.
Noch während sie versucht, die Wogen in ihrem kleinen Universum zu glätten, haben andere längst Pläne für sie gemacht. Denn durch ihre Fähigkeit, deren volle Tragweite Karla nicht erahnt, wird sie unendlich wertvoll …

Der Verlag über das Buch:
»Jeder Mensch kann zeitreisen.« Mella Dumont interpretiert das Thema auf ihre eigene unnachahmliche Art – im Spannungsfeld zwischen Romantik, Action und den Dimensionen der Zeit.

»Als die Zeit vom Himmel fiel« ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.


DIE BEWERTUNG

Meinung:
Was Amazon bei seinem Storyteller Award als Sci-Fi Romance anpreist bleibt allen falls eine Romanze mit sehr viel Kitsch und ohne Sci-Fi.

Das Cover/Die Gestaltung:
Als ich das Cover sah, musste ich zuerst an die Federleicht Romane von Marah Woolf denken. Zwar sind hier nicht so viele grafische Elemente wie in denen von der anderen Autorin, aber dennoch scheint das Konzept von ihr für Erfolg zu stehen und zum Beispiel in der Story vorkommende Symbole einfach mit darzustellen. Betrachten wir das Cover aber nun einmal alleine stehend, ohne die Anlehnungen oder Inspirationen zu vergleichen.
Ein schlichter Himmel, der bedeckt wird von der Schrift, an welcher ein paar Boxhandschuhe baumeln. Schließlich geht der Hintergrund in Wasser über, welches sich durch einen ebenso blau gehaltenem Schmetterling in Wellen bewegt. Der Satz, welcher ganz unten um die Wellen geformt wurde wirkt viel zu klein im Gegensatz zum Titel. Er geht praktisch unter und verwirrt. Ist er nun Untertitel oder ein bloßer schnulziger Satz, der aussagen will, man ist auf ewig dein? Da es dadurch nicht herausgeht, wirkt es nicht gerade stimmig.
1,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Mella Dumonts Sprache ist Mädchenhaft. Zuckersüß wie das Getränk, welches sie ihren Zeitreisenden Protagonisten verabreicht. So hält sie sich an den ewigen Beschreibungen vieler Kleinigkeiten auf und überlädt somit den Leser als habe er keinerlei eigene Vorstellungskraft. Durch diesen Stil wirken somit einige Sätze eher kindlich, als jugendlich. Überschwemmt mit Beschreibungen als mit Handlungen, womit sich nicht nur die Story wie Kaugummi zieht, sondern auch die Figuren ziemlich zurückgeblieben erscheinen.
0,5/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Man fragt sich, ob es in diesem Roman Figuren gibt, welche man ernst nehmen kann. Nein, dies ist meines Erachtens nach nicht der Fall. Während Mella Dumont versucht in die Köpfe von Börsenhändlern zu schauen (und nur sehr selten den wirklichen Ton dabei trifft), bleiben ihre handelnden Hauptfiguren sehr blass. Während man sich bei der sehr naiven weiblichen Hauptfigur fragt ob sie gerade erst 13 geworden ist oder wirklich schon Nachtschichten an der Tankstelle schieben darf, bleiben auch die wichtigen Männer in ihrem Leben nur Schablonen. Selbst die Beziehung, die die beiden Hauptprotagonisten eingehen, wirkt alles andere als realistisch und eher mit zu viel Geschnulze. So kann man sie nicht ernst nehmen.
0,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Achtung, hier können eventuelle Spoiler auftauchen
Während sich auf den ersten Seiten ein ewiger Kreislauf von unwichtigen Mädchengequatsche wiederfindet, beginnt die Story ungefähr ab der Hälfte wirklich spannend zu werden. Leider verstehe ich nur Amazons Einteilung beim Kindle Storyteller nicht, welcher Mella Dumonts Zeitreiseroman fälschlicher Weise genau dort ansiedelt, wo er gar nichts zu suchen hat. In der Science-Fiction. Denn dem ist nicht so. Ganz und gar nicht, denn die Autorin erklärt, Zeitreisen nicht als mögliche, physikalische Zeitreise wahrgenommen wird, sondern als emotionaler Fluchtversuch beziehungsweise als Abwesenheit in einem Schockmoment oder der veränderten Bewertung von Gedächtnisinhalten, wofür der Präfortale Cortex zuständig ist. Weswegen sie jeder physikalischen Logik entgegengeht, da Physiker prinzipiell diesen Zustand der Zeitreise in einem wissenschaftlichen Kontext betrachten würden und dies eine eher dilettantische Auseinandersetzung mit dem Thema gibt.
Da ich aber nicht weiß, wer nun versucht auf der Welle der Sci-Fi Romance mitzuschwimmen versucht, ohne sich mit den wissenschaftlichen Hintergründen auszukennen, sehe ich darüber einfach mal hinweg. Betrachten wir es also einfach weiter als Fantasy.
Während die Figuren sich also so ziemlich über jedes kleine Detail ihrer Tagesabläufe auslassen, bleiben die wirklich spannenden Momente im Hintergrund und der eigentliche Drahtzieher ist ungefähr so schnell enttarnt, sich fragend, ob jetzt die Sucht nach Geld und Weltherrschaft wirklich alles gewesen sein soll. Denn keineswegs ist dieser Beweggrund wirklich gut erdacht. Angenommen ich bin jemand der viel Geld hat und ich entdecke Zeitreisende, ich würde sie natürlich nur für Börsengeschichten zurückspringen lassen und nicht an ihnen herumexperimentieren, um viel mehr Zeit rausschlagen zu können um dann eventuelle Zeitströme zu beeinflussen.
Das einzige, weswegen sie wohl etwas recherchiert hat, sind also die Daytrader, deren Tagesablauf nun wirklich kaum zum Tragen kommt. Alles andere wirkt eher wie eine Idee die einfach so zusammengefügt wurden, als sich wirklich aufeinander abzustimmen.
0,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Mit eher kindischen Figuren und einem eher unausgereiftem Plot, in dem viel Potenzial steckt, bleibt die ganze Story eher wie belangloses Mädchengerede, welches zu keinem wirklichem Punkt kommt. Dadurch bleibt das Ganze zäh und nicht wirklich lange dort, wo es einen Leser treffen sollte.
0,5/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 2,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die nach einer sehr schnulzigen Romanze suchen, die neben dem typischen Mädchengelaber auch eine fantastische Komponente hat. Das Zeitreisen.
Für alle die, die wirkliche Sci-Fi erwarten: Lasst die Finger davon. Hier ist ungefähr so viel Sci-Fi drin, wie in einem Lolly Obst, um es mal mit Mella Dumonts Stil auszudrücken.

Deswegen erwartet einem zuckersüße Figuren, die nun alles andere als erwachsen wirken und einem eher zähen Plot, der ein paar wirklich interessante Aspekte hat, die leider nicht weiter beleuchtet werden.

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